Herzlich Willkommen bei Thinkers´ Corner, dem Forum, das Denkanstöße gibt. Wir, eine Gruppe von Studenten und Berufsstartern, veranstalten Vorträge zu Themen aus Wissenschaft, Kultur und Religion. Im Zentrum steht die Beobachtung von Phänomenen, die die moderne Gesellschaft auszeichnen. Es findet jedes Semester ein Vortrag statt.

Der nächste Abend findet am
Freitag, 17.2.2012, 19.30 Uhr statt.
Professor Dr. Benedikt Grothe spricht zum Thema: Moderne Neurobiologie - Evidenzen gegen die Existenz eines freien Willens?

 

Referent

Benedikt Grothe, Jahrgang 1960, hat in München Biologie studiert. Nach Forschungsaufenthalten an der University of Texas at Austin und an der New York University, war er erst wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Zoologie der Ludwig-Maximilians-Universität und anschließend Leiter einer unabhängigen Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Neurobiologie.
Seit 2003 hat er den Lehrstuhl für Neurobiologie der Ludwig-Maximilians-Universität inne. Er ist zudem Sprecher eines Sonderforschungsbereiches (SFB870 Assembly and Function of Neuronal Circuits), des Munich Center for Neurosciences und leitet die Graduate School of Systemic Neurosciences, die im Rahmen der Exzellenzinitiative eingerichtet wurde.
Prof. Grothe ist Vorstandsmitglied des Münchner Kompetenzzentrum Ethik und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seine wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich mit der Verarbeitung sensorischer Information im Gehirn mit dem Schwerpunkt raum-zeitlicher Verarbeitung im Hörsystem der Säuger.

Vortrag

Die moderne Neurobiologie mit ihren faszinierenden Möglichkeiten, dem Gehirn bei seiner Arbeit "zuzuschauen", entzaubert, so scheint es, den Menschen - mitsamt seiner Möglichkeit frei zu entscheiden und zu handeln. Der Neurobiologe Benedikt Grothe analysiert kritisch die Fortschritte, aber auch die Grenzen neurowissenschaftlicher Erkenntnis und diskutiert ihre Implikationen für unser Selbstbild.

Programm

Der Abend beginnt um 19.30 Uhr. Daran schließt sich eine Diskussion an. Am Ende des Abends laden wir Sie zum weiteren Gespräch bei einem Glas Wein ein.

10. Juni 2011 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Günter M. Ziegler, 1963 in München geboren, studierte in München und am MIT Mathematik und wurde mit 31 Jahren der jüngste Professor an der TU Berlin. Seit 2011 lehrt er an der FU Berlin. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Leibniz-Preis, dem höchstdotierten deutschen Forschungspreis, sowie dem Communicator-Preis der Deutschen Forschungsgemein-schaft. Dieser wird an Wissen-schaftler verliehen, die sich um die Vermittlung ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit verdient gemacht haben.

Mathematik ist keineswegs etwas Fernes, Abstraktes, das man erst in der Schule kennen und hassen lernt. Sie begleitet uns ein Leben lang, vom ersten Knoten in den Schnürsenkeln bis zum künstlichen Knie-gelenk. Mathematik steckt im Haushalt, in der Kommunikation, im Verkehr und im Wetterbericht. Der Vortrag malt ein Bild von der faszinierenden und weitreichenden Welt der Mathematik.

4. Februar 2010 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Professor Dr. Hans Förstl, geboren 1954 in München, 1976-1982 Studium der Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 1978-1982 Doktorarbeit am Institut für Physiologie, 1982 3. Medizinisches Staatsexamen, 1983-1987 Ausbildung in Klinischer Neurologie, 1987-1991 Ausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie, 1992 Habilitation in Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg, 1993-1996 Professur der Hermann-und-Lilly-Schilling Stiftung, seit 1997 Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Technischen Universität München.

In Deutschland leiden mehr als drei Millionen Menschen an Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit; viele davon befinden sich im Vorstadium einer Demenz. Hauptrisikofaktor ist das Alter. Damit handelt es sich bei der Demenz um ein Problem, das aufgrund der zunehmenden durchschnittlichen Lebenserwartung jeden direkt betreffen kann. Weil aber auch mit einer höheren Anzahl von Demenzfällen insgesamt zu rechnen ist, wird zumindest jeder indirekt betroffen sein - sei es über Erkrankungen im persönlichen Umfeld oder wachsende Belastungen im Gesundheitssystem. Gleichzeitig ist nicht unwahrscheinlich, dass bei steigender Lebenserwartung - die ja durch eine verbesserte Gesundheit erreicht wird - der altersbezogene Prozentsatz der Demenzerkrankungen abnimmt. Also: die Menschen werden immer gesünder alt und auch das Gehirn kann davon profitieren, wenn wir weiter entsprechende Anstrengungen unternehmen. Der Vortrag stellt die Frage, mit welchen Bewältigungsstrategien die Gesellschaft der Herausforderung Demenz begegnen kann.

18. Juni 2010 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Theodor W. Hänsch ist Carl Friedrich von Siemens-Professor für Physik an der LMU München und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. 2005 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Prof. Dr. Jakob Reichel arbeitet am Laboratoire Kastler Brossel in Paris.

Die Quantenmechanik ist eine der erfolgreichsten naturwissenschaftlichen Theorien überhaupt. Gleichzeitig ist der Umgang mit ihr ein spannendes intellek-
tuelles Abenteuer: Konzepte wie der Wellencharakter der Materie oder das Superpositionsprinzip (ein Objekt kann sich gleichzeitig in mehreren, einander scheinbar ausschließenden Zuständen befinden) sind der Alltagserfahrung fremd. Konnte man diese Konzepte ursprünglich nur indirekt prüfen, so lassen sich heute vormalige "Gedankenexperimente" wie etwa die Interferenz von zwei Materiewellen tatsächlich im Labor realisieren.
Die dazu benötigten Apparaturen füllten zunächst ein ganzes Labor, werden aber zunehmend miniaturisiert und vereinfacht.
Neuartige Anwendungen erscheinen möglich, etwa in der Navigation. Diese Entwicklungen führen die Quantenphäno-
mene näher an unsere Wahrnehmungswelt heran. Werden wir Materiewellen weiterhin als "seltsam" empfinden, wenn wir sie mit eigenen Augen sehen können?

12. Februar 2010 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Reinhard Selten ist emeritierter Pro-
fessor für VWL an der Universität Bonn. Nach Promotion in Mathematik (1961) und Habilitation in VWL (1968) in Frankfurt a. M. trat er eine Professorenstelle für VWL an der FU Berlin, später in Bielefeld und ab 1984 in Bonn an. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er 1994 den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften. Seltens Forschungen umfassen theoretische Veröffentlichungen in der Spieltheorie, aber er hat auch Anwendungen in der Ökonomik, Linguistik, Kriminologie und Botanik entwickelt. In den vergangenen Jahren hat sich Selten wieder verstärkt mit der experimentellen Wirtschaftsfor-
schung, die er vor fünf Jahrzehnten mitbegründet hat, beschäftigt und ist derzeit wissenschaftlicher Koordinator des Labors für experimentelle Wirtschaftsforschung in Bonn.

In nahezu jedem ökonomischen Modell wird - zumindest implizit - unterstellt, dass Individuen sich vollkommen rational verhalten: Die Akteure verfügen über unbegrenzte kognitive Fähigkeiten, besitzen konsistente Präferenzen und treffen auch widerspruchsfreie Wahrscheinlichkeitsurteile. Obwohl dies nicht unserer Selbsterfahrung entspricht, lässt die Annahme sich dennoch rechtfertigen, wenn dadurch das tatsächlich beobachtete Verhalten eines Menschen hinreichend genau beschrieben wird. Im Lichte der experimentellen Wirtschafts-
forschung erscheint jedoch selbst diese Aussage fragwürdig. Untersuchungen zeigen, dass menschliches Verhalten nicht einmal einer abgeschwächten Form der vollkommenen Ratio-
nalität genügt. Es ist andererseits aber auch nicht irrational, sondern besitzt eine Rationalität eigener Art. Innovative Theo-
rien, wie etwa die Anspruchsanpassungstheorie von Sauer-
mann und Selten, versuchen diese Verhaltenslogik in speziellen Situationen einzufangen und in Experimenten nachzuweisen.

5. Juni 2009 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. Bernd Roeck, geb. 1953, studierte in München, wo er 1979 mit einer Arbeit zur Staatstheorie der frühen Neuzeit promoviert wurde; 1987 habilitierte er sich dort mit der Arbeit "Eine Stadt in Krieg und Frieden", die mit einem der beiden Habilitationspreise der Universität ausgezeichnet wurde. 1986-1990 war er Direktor des Deutschen Stu-
dienzentrums in Venedig, 1990-
1991 Professor an der Universität Augsburg, 1991-1999 ordentlicher Professor für Mittelalterliche und Neuere Geschichte an der Univer-
sität Bonn, 1996-1999 General-
sekretär des deutsch-italienischen Zentrums Villa Vigoni am Lago di Como. Seit 1999 hat er den Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte der Neuzeit und Schweizerge-
schichte an der Universität Zürich inne. 2001 wurde er mit dem Forschungspreis der Philip Morris-Stiftung ausgezeichnet.

Der Vortrag diskutiert anhand von Bei-
spielfällen in Italien und Süddeutschland einen Vorgang, der einen wichtigen, weniger beachteten Aspekt der "Entzauberung der Welt" darstellt: Die Herausbildung von Räumen, in denen Kunstwerke der Reglementierung durch "Normen des Religiösen" weitgehend entzogen sind. Deutliche Konturen - auch in der kunsttheoretischen Debatte - gewinnt diese "Säkularisierung des Raumes" in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Raumdifferenzierung lässt jene Bereiche entstehen, in denen sich das Spiel des Manierismus entfalten kann. Ihre Beobachtung führt auf die Anfänge der künstlerischen Moderne hin.

30. Januar 2009 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. Dr. Dr. med. habil. Hanns Hatt ist Leiter des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem Studium der Biologie und Chemie promovierte er 1976 an der Universität München in Zoologie und studierte anschließend Humanmedizin. Nach seiner Approbation und Promotion in Medizin an der TU München absolvierte er eine Ausbildung als "Arzt für Naturheilverfahren". Anschließend habilitierte er sich im Fach Physiologie und erhielt 1991 eine C3-Professur am Physiologischen Institut der Medizinischen Fakultät der TU München (Klinikum rechts d. Isar). 1992 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Zellphysiologie nach Bochum. Von 1999-2003 war er Dekan der Fakultät für Biologie. Er ist Mitglied des Senats der Ruhr-Universität Bochum und Vize-Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften.

"Ich kann Dich nicht riechen", dieser Ausspruch zeigt, wie ein Duft auf vielen Ebenen in das Leben des Menschen eingreifen kann. Er dient zur Orientierung, Warnung, steuert Sexual- und Sozialverhalten und kann Stimmungen und Emotionen, ja sogar Erinnerungen an vergangene Zeiten auslösen. Die Wissenschaft hat in den letzen Jahren mehr und mehr die zugrundeliegenden molekularen und zellulären Prozesse erarbeitet, die es uns ermöglichen, verschiedene Gerüche, selbst in geringsten Konzentrationen, wahrzunehmen. Es wurden spezifische Erkennungs- und Verstärkungsproteine entdeckt, die die Natur entwickelte, um die enorme Leistungsfähigkeit des Geruchssinns zu ermöglichen. Bio- und gentechnologische Techniken, kombiniert mit modernen bildgebenden Verfahren, haben uns neue Einblicke in die komplexe Welt der Duftwahrnehmung gebracht, von der molekularen Ebene bis hin zu neuronalen Verarbeitungsprozessen im menschlichen Gehirn. Noch steckt die Forschung über die Wirkung von Düften beim Menschen allerdings in den Kinderschuhen. Technologische Fortschritte werden aber schnell dazu beitragen, besser die zellulären und kognitiven Prozesse zu verstehen, die dazu führen, dass Düfte unsere Befindlichkeit verändern oder sogar Krankheiten heilen können. Dies genau zu verstehen, ist gerade in der heutigen Zeit, in der wir uns wieder zunehmend der Bedeutung von Düften für unser Leben bewusst werden, besonders wichtig.

19. Juni 2008 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Gerd Gigerenzer ist Psychologe. Er ist seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Nach Promotion und Habilitation in Psychologie an der Universität München war er von 1984 bis 1990 Professor für Psychologie an der Universität Konstanz, von 1990 bis 1992 an der Universität Salzburg und von 1992 bis 1995 an der University of Chicago. Anschließend war er 1995 bis 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München und ist derzeit Direktor des Center for Adaptive Behavior and Cognition (ABC) am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Gigerenzer arbeitet über begrenzte Rationalität und Heuristiken bei der Entscheidungsfindung. Er ist der international meistzitierte deutschsprachige Kognitionspsychologe. Der breiten Öffentlichkeit ist Gigerenzer mit seinem Buch "Bauchentscheidungen", das in sechs Sprachen erschienen ist, bekanntgeworden.

"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt", schrieb Blaise Pascal bereits im 17. Jahrhundert. Die Wissenschaft scheute lange die "Herzensgründe" oder auch Bauchentscheidungen wie der Teufel das Weihwasser. Aber: Gute Entscheidungen basieren oft auf einer unbewussten Intelligenz, die sehr schnell operiert und gerade in komplexen Situationen faszinierend einfach ist, sicher im Erkennen des Wesentlichen und logischen Abwägungen weit überlegen. Das heutige Wissen über das Bauchgefühl revolutioniert unser Bild vom menschlichen Verstand. In einer komplizierten Welt lehren uns Entscheidungen "aus dem Bauch" die Lebenskunst, paradox formuliert, intuitiv zu wissen, was sich nicht zu wissen lohnt.

18. Januar 2008 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio hat Medizin in München, Chicago und Houston studiert. Nach einer Forschungszeit am Max-Planck-Institut für Neurochemie in Martinsried, Facharztausbildung und Habilitation war er von 1999-2004 als leitender Oberarzt der Interdis-ziplinären Palliativmedizinischen Einrichtung am Klinikum der Univer-sität München tätig. Im Jahr 2004 wurde am Klinikum der Universität München mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe und des Freistaats Bayern das Interdiszipli-näre Zentrum für Palliativmedizin (IZP) eröffnet. Prof. Borasio war von 2004-2006 geschäftsführender Vorstand des IZP. Seit Mai 2006 ist er Inhaber des Stiftungslehrstuhls für Palliativmedizin an der LMU München. Seine klinische und wissenschaftliche Tätigkeit wurde u.a. ausgezeichnet mit dem ALS-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke, dem Charcot Young Investigator Award (UK), dem Robert-Wartenberg-Preis, dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und dem DGIKM-Förderpreis für Interdisziplinarität in der Medizin.

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine intensive, interdisziplinär geführte Debatte um die Sterbehilfe entwickelt, die von grundsätzlichen normativen Problemen bis hin zu konkreten Fragen nach der Gestaltung einer Patientenverfügung reicht. Grundsatz- wie Umsetzungsfragen zur Sterbehilfe werden zentral durch den weltanschaulichen Pluralismus der Moderne ausgelöst. Der Vortrag zielt eine kritische Sichtung der aktuellen Diskussion an.

1. Juni 2007 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Claus Guth

 

Bettina Auer

ist einer der prominentesten Opernregisseure der Gegenwart. Er wurde 1964 in Frankfurt geboren und studierte in München Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften sowie Theater- und Opernregie. Schon früh bildeten Uraufführungen einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit. Doch auch im "traditionellen" Repertoire ist Claus Guth zu Hause. Vor allem an den Opernhäusern von Basel und Zürich war er häufig zu Gast. 2003 gab Claus Guth mit dem Fliegenden Holländer sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen. 2005 inszenierte er bei den Wiener Festwochen Mozarts Lucio Silla, im Mozart-Jahr 2006 einen neuen Figaro bei den Salzburger Festspielen - jeweils mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt. 2007 wird er Verdis Luisa Miller im Münchener Nationaltheater auf die Bühne bringen und bis 2011 Wagners "Ring des Nibelungen" an der Hamburger Staatsoper inszenieren.

studierte Musiktheater-Regie sowie Musikwissenschaft in Hamburg und Berlin. Wichtige Impulse bekam sie durch die Mitarbeit bei Hans Neuenfels an der Deutschen Oper Berlin, bei Herbert Wernicke an der Hamburgischen Staatsoper sowie in der Dramaturgie der Oper Frankfurt. Nach Stationen in Würzburg, Bern und Darmstadt war sie Leitende Operndramaturgin am Theater Basel. Seit 2007 ist sie an der Komischen Oper Berlin engagiert. Daneben lehrt sie an der Universität Heidelberg und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/Main. 2007 wird sie als Gast an der Deutschen Oper Berlin Joachim Schlömers Inszenierung der Oper "Der Traumgörge" von Alexander von Zemlinsky betreuen.

12. Januar 2007 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Wulf Schiefenhövel, geb. 1943 in Siegen. Studium der Medizin in München und Erlangen. 1970 Staatsexamen und Promotion. Seit 1977 Forschungstätigkeit in der MPG. Habilitation 1984 (Ethnomedizin und medizinische Psychologie), seit 1991 apl. Professor an der LMU München. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin 1988-89, am ZIF Bielefeld 1991-92 und am Collegium Budapest 1995-96. Leiter der Gruppe Humanethologie des Max-Planck-Instituts in Andechs. Vizepräsident der Gesellschaft für Anthropologie und Sprecher ihrer Arbeitsgemeinschaft Humanethologie, Vicepresident: International Society for Human Ethology. Seit 1965 langfristige Feldforschung in Melanesien und Indonesien. Forschungsschwerpunkte: Humanethologie, Anthropologie, evolutionäre Medizin, Ethnomedizin.

Im Prozess der Menschwerdung hat sich die Wortsprache als neues, sehr leistungsfähiges Element der Kommunikation entwickelt. Desungeachtet kommunizieren wir weiter über alle Sinneskanäle: Geruch, Geschmack, Tastsinn, Wärmesinn, Hören und Sehen. Der Vortrag behandelt hier in erster Linie die Mimik. In seinem Buch "Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei Mensch und Tier", dessen englische Originalfassung 1872 erschien, hat Charles Darwin einen evolutionär begründeten Abriss der menschlichen Mimik gegeben. Kulturenvergleichend arbeitende Wissenschaftler wie I. Eibl-Eibesfeldt haben zeigen können, dass wesentliche Elemente des mimischen Repertoires kulturinvariant und damit universal sind. Unsere Mimik lässt sich nicht so leicht beherrschen, insbesondere nicht in spontaner sozialer Interaktion. Man kann mit ihr schlechter lügen als mit der Sprache. Diese interessante Frage, warum die Mimik so relativ ehrlich ist, wird ebenso verfolgt wie die neuen Entdeckungen der Spiegelneurone, die uns neu verstehen lassen, wie in uns ein Bild des Gegenübers entstehen kann.

Freitag, den 12.5.2006 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Stolleis, geb. 1941, Studium der Rechtswissenschaft, 1967 Promo-
tion in München bei Prof. Dr. Sten Gagnér, Habilitation in München für die Fächer Staats- und Verwal-tungsrecht, Neuere Rechtsge-schichte und Kirchenrecht, 1974 Berufung nach Frankfurt a.M. auf einen Lehrstuhl für öffentliches Recht, 1991 Leibniz-Preis der DFG, Ernennung zum wiss. Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und zum Direktor am MPI für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt a.M., 2000 Preis der Internationalen Balzan-Stiftung (Zürich/Mailand), 2001 Mitglied der Königlich Dä-nischen Akademie der Wissen-schaften und Literatur, 2002 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darm-stadt, 2004 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Sektion Kulturwis-senschaften.

Eines der theoretisch interessantesten und praktisch bedeutsamsten Probleme ist das der "Repräsentation". Wer spricht oder handelt in wessen "Namen"? Der Priester spricht im Namen Gottes, Verfassungen werden "Im Namen des Allmächtigen" eröffnet, Herrscher treten im Namen von Gott oder im Namen des Volkes auf, im Namen der Revolution werden ihre Gegner beseitigt, im Namen des Königs, des Rechts, der Verfassung oder des Volkes schließlich entscheidet der Richter. Der Blick auf die Repräsentations- und Legitimierungsformeln, die speziell von der Justiz verwendet wurden, öffnet ein Fenster in die Verfassungs-geschichte. Speziell in Deutschland sind die Formeln mehrfach ausgetauscht worden. Heute entscheiden die Richter im "Im Namen des Volkes". Die europäischen und internationalen Gerichtshöfe verzichten jedoch auf die Anrufung einer solchen höheren Instanz - warum?

Freitag, den 27.1.2006 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Gerhard Neumann, geb. 1934; Professuren an den Universitäten Bonn, Erlangen, Freiburg i. Br.; zuletzt Ordinarius für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität München; seit 2002 emeritiert; derzeit Honorarprofessor an der FU Berlin; Sein Hauptarbeitsgebiet ist die Literatur des 18. bis 20. Jahrhunderts mit Publikationen u.a. zu Goethe, Kleist, Kafka, Canetti; zur deutschen Romantik; zur Methode der Literaturwissenschaft; Er ist Mitherausgeber der Kritischen Kafka-Ausgabe und des Hofmannsthal Jahrbuchs;




Das Phänomen "Liebe" kann von drei Blickwinkeln aus betrachtet werden: einem naturwissenschaftlichen, einem sozialökonomische, aber auch einem ästhetischen, der sich in Phantasie, Literatur und bildender Kunst als dysfunktionale Erfindung von Begehrensereignissen widerspiegelt. Anhand von Prousts "Recherche" und Manns "Zauberberg" wurde gezeigt, wie in modernen Liebestheorien der Literatur, dieses sozial dysfunktionale Potential der Liebe wuchert: und zwar in seiner letzten Ausrichtung nicht auf Progenitur, sondern auf Einsamkeit und Tod.

10. Juni 2005 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Isabel Mundry wurde 1963 geboren und studierte von 1983-1991 Komposition an der Hochschule der Künste Berlin bei Frank-Michael Beyer und Gästa Neuwirth, sowie Elektronische Musik am Studio der Technischen Hochschule. Seit 2004 Professorin für Komposition an der Musikhochschule Zürich. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. den Förder-Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung.












Der Vortrag setzt sich mit dem Phänomen auseinander, dass die moderne Kunst überhaupt und so auch das kompositorische Schaffen der Gegenwart Sache von Spezialisten für Spezialisten geworden ist, von Könnern für Kenner gedacht: der Rezipient muss Experte sein, das große musikinteressierte Publikum bleibt außen vor. Zwangsläufig? Der Abend wollte einem nicht fachlich vorgebildeten Publikum einen neuen Zugang zu zeitgenössischer Musik eröffnen, die sonst vor allem in Spezialistenzirkeln beheimatet ist.

Freitag, den 28.1.2005 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Kai Brodersen, seit 1997 ordentlicher Professor für Alte Geschichte und derzeit Prorektor an der Universität Mannheim; Forschungen zur griechischen und römischen Historiographie und Geographie, zu antiken Inschriften und Wundertexten und zur Wirkungsgeschichte der Antike.















Die Pyramiden, die Mauern von Babylon, die Hängenden Gärten der Semiramis, die Zeus-Statue von Olympia, der Artemis-Tempel von Ephesos, das Mausoleum von Halikarnass, der Koloss von Rhodos und der Pharos (Leuchtturm) von Alexandria: Damit sind die Sieben Weltwunder der Antike aufgezählt - doch sind es schon deren acht. Was also machte ein Bau- oder Kunstwerk zum Weltwunder? Wie gingen christlichen Autoren mit heidnischen Weltwundern um? Und was definieren wir heute als Weltwunder - etwa in der UNESCO-Liste des Welterbes?

Freitag, den 7.5.2004 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Wolfgang Ullrich, Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Logik/Wissenschaftstheorie und Germanistik. Seither freiberuflich tätig als Autor, Dozent, Unternehmensberater (u.a. von Volkswagen, KarstadtQuelle, Deutsche Bank). Seit 2003 Gastprofessor für Kunsttheorie an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.












Nicht nur in der Geschichte des klassischen Porträts spielen Herrschaftszeichen und Accessoires eine große Rolle; vielmehr vertrauen gerade Vertreter der Macht auch heute nicht nur auf die Sprache der Physiognomie, sondern lassen sich gerne zusammen mit Statussymbolen, wie Kunstwerke, Möbel oder Kleidung, abbilden, um sich ein bestimmtes Persönlichkeitsprofil zu geben. Der Vortrag untersucht einige dieser Herrschaftinsignien und Accessoires sowie verschiedene Modelle der Imagebildung.

Freitag, den 16.1.2004 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Klaus Schmidt, geboren 1961, ist Dekan der volkswirtschaftlichen Fakultät an der LMU München. 2001 wurde er mit dem "Gossen-Preis" des Vereins für Socialpolitik ausgezeichnet.
Prof. Schmidt befaßt sich als Wirtschaftstheoretiker mit der Spiel- und Vertragstheorie sowie der experimentellen Ökonomik.













Die Annahmen der klassischen ökonomischen Theorie gehen davon aus, dass Individuen stets ihren Eigeninteressen folgen. Experimentelle Ökonomen haben nun in den letzten Jahren nachgewiesen, dass viele Menschen auch in ökonomisch relevanten Situationen systematisch von dieser Eigennutzorientierung abweichen und soziale Präferenzen wie Fairness berücksichtigen. Der Vortrag gab Einblicke in diese neue Entwicklung in der Ökonomik und deren Anwendungen.

Freitag, den 16.5.2003 in der Hochschule für Philosophie S.J.

Referent

 

Vortrag

Stephan Braunfels, geboren 1950 in Überlingen, studierte 1970-75 Architektur an der TU München. Er entwarf 1983-85 das städtebauliche Gesamtkonzept für den Altstadtring, sowie das Hofgartenareal.
Stephan Braunfels erhielt 1994 den Deutschen Kritikerpreis und erbaute u.a. das Paul-Löbe-Haus in Berlin und in München die Pinakothek der Moderne












In der Neuzeit emanzipiert sich die Kunst vom Protektorat der Kirche und dem Mäzenatentum der Fürsten. Die Kunst wird selbstständig. In diesem Prozess entsteht auch die Idee der Pinakothek - für uns heute eine Selbstverständlichkeit, damals ein Novum.
Der Vortrag soll diesen Prozess am Beispiel der Pinakothek der Moderne begreiflich machen

Freitag, den 24.1.2003 im Pfarrsaal von St. Ludwig München

Referent

 

Vortrag

Armin Nassehi, geboren 1960 in Tübingen, ist seit 1998 Professor für Soziologe an der LMU München. Er arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Politische Soziologie, Kultur-, Religions- sowie Wissens- und Wissenschaftssoziologie. Professor Nassehi wurde im Jahr 2002 zum besten Redner der LMU gekürt.

Die Lösung gesellschaftlicher Probleme wird stets an die Adresse der Politik gerichtet. Das Politische System erscheint so als ein Steuerungszentrum der modernen Gesellschaft, und die meisten gesellschaftlichen Selbstbeschreibungen gehen deshalb von einer "politischen Gesellschaft" aus.
Der Vortrag nahm, dieses für die Moderne fast selbstverständlich gewordene Selbstbild, kritisch unter die Lupe und warf einen "schrägen" Blick auf die gesellschaftliche Funktion der Politik.









Claudia Bock

geb. 1982
Doktorandin am Institut für Romanische Philologie.

Christof Breitsameter

geb. 1967
Professor für Moraltheologie an der Ruhr-Universität Bochum

Lorenz Denks

geb. 1981
studiert Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München

Elisabeth Hauser

geb. 1979
studiert Biologie an der LMU München

Uli Herz

geb. 1985
studiert Volkswirtschaftslehre an LMU

Jan Nespithal

geb. 1974
Diplom-Forstwirt Univ., Sales Operations Analyst

Wolfgang Riegler

geb. 1974
Multimedia Producer und Programmierer

Maximilian Schuh

geb. 1979
Wiss. Mitarbeiter am Exzellenzcluster "Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne", Westfälische
Wilhelms-Universität Münster

Nina Storfinger

geb. 1979
wiss. Mitarbeiterin, Uni Konstanz

Christoph Wagner

geb. 1980
Diplom-Volkswirt